Geschichte
Das Waisenhaus «Bon Samaritain»
Im November 2005 wurde den Schwestern ein kleines Baby vor die Türe gelegt. Es war das Kind einer geistig erkrankten Frau, die den erst einwöchigen Säugling auf der Strasse abgelegt hatte. Aufmerksame Nachbarn brachten die kleine Grazia ins Kloster, wo man sich sofort um sie kümmerte. Da sich trotz intensiver Suche kein Platz für sie fand, entstand schliesslich das Waisenhaus «Bon Samaritain».
Heute beherbergt das Waisenhaus über 20 Kinder. Sie sind zwischen drei Monaten und 20 Jahren alt und damit in ganz unterschiedlichen Entwicklungsphasen. Da Jugendliche in Kamerun oft bis ins junge Erwachsenenalter zur Schule gehen, werden auch sie im Waisenhaus unterstützt und helfen bereits tatkräftig im Alltag mit.
Betreut werden die Kinder von den Schwestern, den Novizinnen und den Pflegemüttern. Die Pflegemütter sind Frauen aus dem Dorf Babété. Durch den Besuch des örtlichen Kindergartens und der Primarschule haben die Kinder regelmässigen Kontakt zur Dorfgemeinschaft. Das Waisenhaus befindet sich auf dem Gelände des Klosters und konnte dank grosszügiger Spenden errichtet werden.
Kamerun
Kamerun ist ein Land unterhalb der Sahelzone, welches im Schnittpunkt zwischen Zentral- und Westafrika liegt. Kamerun hat eine Fläche von 475.439 km2. Durch die Nord-Süd-Ausdehnung enthält Kamerun die unterschiedlichsten Vegetations- und Klimazonen: Im Süden der Regenwald, im Norden die Sahel-Sahara-Zone.
Die unterschiedlichen Zonen in diesem Land führen neben einer vielseitigen Vegetation zu einer äusserst vielseitigen Kultur. Die unterschiedlichen Ethnien in Kamerun gliedern sich in 286 verschiedene Volks- und Sprachgruppen mit unterschiedlicher Kultur, Religion und Tradition.
Kamerun ist eine präsidiale Republik, dies bedeutet, dass die Richtlinien der Politik vom direkt gewählten Präsidenten bestimmt werden. Kamerun hat mehr als 20 Millionen Einwohner, die durchschnittliche Lebenserwartung der Menschen beträgt 50 Jahre. Beinahe zwei Drittel der Bevölkerung Kameruns sind unter 25 Jahre alt.
Die Einschulungsquote in Kamerun ist für afrikanische Verhältnisse hoch. Die Schulgebühren müssen die Schüler oder deren Eltern selbst aufbringen, was oftmals dazu führt, dass nicht alle Kinder einer Familie die Schule besuchen können. Die Träger des Bildungssystems sind staatliche, private und kirchliche Einrichtungen. Es existiert ein grosser Unterschied zwischen Stadt und Land, hinsichtlich der Ausstattung der Schulen und des Personals.
Das Gesundheitssystem in Kamerun untersteht dem Ministère de la Santé (Gesundheitsministerium). Lokal funktioniert die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung mit den so genannten Dispensaires (Krankenstationen). Krankenhäuser befinden sich meist in grösseren Städten, wobei es auch in ländlichen Gegenden vereinzelt Krankenhäuser oder Gesundheitsstationen gibt.
Es ist nichts Grosses für die Grossen, aber viel Kleines für die Kleinen. Denn Kleines führt zu Grossem.

















