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Drei Generationen unterwegs nach Babété

  • vor 1 Tag
  • 4 Min. Lesezeit
39. Rundbrief, August 2026 |



Liebe Freunde von Babété und vom Waisenhaus «Bon Samaritain»


Glücklich, aber auch etwas müde, sind wir von unserer Reise nach Babété zurückgekehrt. Dieses Mal durfte unsere Tochter Mia zum ersten Mal und meine Mutter nach langer Zeit wieder mitreisen. Es war eine grosse Freude, ihre Begeisterung zu erleben und zu sehen, wie sehr sie die Zeit in Kamerun geniessen und annehmen konnten. Mit vielen wunderbaren, aber auch nachdenklich stimmenden Eindrücken versuchen wir, die grossen Unterschiede zwischen unseren beiden Welten wieder einzuordnen und uns im Alltag hier zurechtzufinden.

Das ist nicht immer einfach. Die Gegensätze zwischen der Schweiz und Kamerun führen bei mir nach jeder Reise zu vielen Fragen: Brauchen wir wirklich so viel? Müssen wir immer alles neu haben? Könnten wir nicht manchmal etwas gelassener im Hier und Jetzt leben? Doch auch ich finde mich meist schnell wieder in unserem gewohnten Alltag. Die Reise bleibt zwar nah in meinem Herzen, rückt aber mit der Zeit wieder etwas in die Ferne. Mit diesem Spannungsfeld muss ich wohl leben. Gleichzeitig empfinde ich es als grossen Reichtum, beide Welten kennen zu dürfen. Nicht als Reisende auf der Durchfahrt, sondern durch Begegnungen, Gespräche und gemeinsames Leben mit den Menschen vor Ort. Auch wenn vieles anders ist, als ich es selbst gestalten würde, halte ich es für wichtig, die Menschen und ihre Lebensweise zu respektieren und zu versuchen, sie zu verstehen – ohne Vorurteile und ohne den Anspruch, alles besser zu wissen. Das ist nicht immer einfach, aber es ist mir ein grosses Anliegen.

So erlebe ich auch die Situation im Waisenhaus. Den Kindern geht es gut, und sie erzielen sehr gute schulische Leistungen. Für die Pflegemütter und auch die Schwestern hat dies einen hohen Stellenwert, denn daran wird ihre Arbeit von der Dorfgemeinschaft und ihrem Umfeld gemessen. Für mich persönlich sind schulische Erfolge nicht das Einzige. Genauso wichtig sind Zuneigung, Verständnis und Liebe. Dafür setze ich mich auch in Babété immer wieder ein. Dennoch kann und möchte ich nicht alles nach meinen Vorstellungen verändern. Die Erziehung in Kamerun ist geprägt von Konsequenz, Gehorsam und klaren Regeln. In den Gesprächen mit den Pflegemüttern und den Schwestern versuche ich, die verschiedenen Sichtweisen zu verstehen. Ich frage nach, denke kritisch mit, aber ich verurteile nicht. Auch das ist manchmal eine Herausforderung.


Neuigkeiten aus dem Waisenhaus


Die Kinder vom Waisenhaus "bon samaritain" in Babété mit Schwester Victorine in der Mitte und Sabrina, einer Volontärin aus der Schweiz
Die Kinder vom Waisenhaus "bon samaritain" in Babété mit Schwester Victorine in der Mitte und Sabrina, einer Volontärin aus der Schweiz

Gracia wollte mit ihren bald 21 Jahren einen neuen Lebensabschnitt beginnen und lebt nun bei ihrer Mutter in Mbouda. Ihre Mutter ist zwar krank, aber dank ihrer Medikamente seit längerer Zeit stabil. Die beiden leben unter sehr einfachen Bedingungen. Es gibt keinen Strom, und Mutter und Tochter teilen sich ein Bett. Trotzdem habe ich den Eindruck, dass es Gracia heute besser geht als noch vor einem Jahr. Sie hat eine Bürolehre begonnen und fühlt sich dort wohl.


Mia, Verena und Gracia
Mia, Verena und Gracia

Prisca absolviert zurzeit ein dreimonatiges Praktikum bei einer Bank in Mbouda. Anschliessend wird sie ihr Studium weiterführen.



Den Kindern und Jugendlichen im Waisenhaus geht es gut. Momentan geniessen sie ihre Ferien und helfen bei verschiedenen kleineren und grösseren Arbeiten im Kloster mit. Es ist schön zu sehen, wie gross sie geworden sind und wie sie sich zu verantwortungsvollen und liebenswerten jungen Menschen entwickeln. Ich bin sehr dankbar, dass ich ihren Weg begleiten und ihre Entwicklung miterleben darf.


Ein Blick auf die Schule in Babété


Ein wichtiger Teil meiner Reise war auch der Besuch der Schule und der Austausch mit den Lehrpersonen. Babété ist ein sehr armes Dorf, und die Schule wird von vielen Kindern besucht. Das Schulgeld, das unter anderem zur Finanzierung der Lehrerlöhne dient, kann von vielen Familien jedoch nur unregelmässig oder gar nicht bezahlt werden.

Die sechs Lehrpersonen erhalten den gesetzlichen Mindestlohn Kameruns von 41'000 CFA pro Monat, was etwa 60 CHF entspricht. Selbst dieser bescheidene Lohn kann jedoch häufig nicht pünktlich oder vollständig ausbezahlt werden. Das hat zur Folge, dass gut ausgebildete Lehrpersonen die Schule verlassen und sich Arbeitsstellen suchen, an denen sie regelmässiger entlöhnt werden. Für die Schule bedeutet dies einen ständigen Verlust von wertvollen Fachkräften. Auch die Schulgebäude befinden sich in einem schlechten Zustand und müssten dringend renoviert werden. Für dieses wichtige Projekt benötigen wir jedoch noch etwas Zeit sowie zusätzliche Unterstützung.

Im Moment liegt unser Schwerpunkt auf dem Kindergarten. Dieser wird erweitert und renoviert, und zusätzlich entsteht ein kleiner Spielplatz für die Kinder. Ich hoffe sehr, dass wir diese Arbeiten bis zum Schulbeginn im September abschliessen können und die Kinder dann in einer schöneren und sichereren Umgebung lernen und spielen dürfen.


Die Kindergärtnerin und die Direktorin der Schule kommen während den Ferien zu einem Austausch nach Babété. Hinter uns die Primarschule.
Die Kindergärtnerin und die Direktorin der Schule kommen während den Ferien zu einem Austausch nach Babété. Hinter uns die Primarschule.

Zum Schluss noch ein kleiner Hinweis: Unsere Homepage babete.ch erstrahlt in neuem Glanz. Gemeinsam mit beagrafika.ch konnten wir eine wunderschöne, übersichtliche und zeitgemässe Website gestalten. Schaut gerne vorbei, informiert euch über unsere Arbeit und meldet euch für den Newsletter an. So bleiben wir auf einfache Weise miteinander verbunden und ihr erhaltet unsere Rundbriefe direkt per E-Mail. Vielen Dank für euer Interesse und eure Treue!


Von Herzen danke ich Euch allen für Eure Unterstützung, Euer Interesse und Eure Verbundenheit mit den Kindern und dem Waisenhaus «Bon Samaritain». Ohne Euch wäre vieles nicht möglich.                  


HERZLICHE GRÜSSE


EURE VERENA

 
 

Verein Babété

Wohltätiger Verein mit dem Zweck, das Waisenhaus in Babété, Kamerun aktiv zu unterstützen.

E-Mail-Adresse: babete@gmx.ch

Telefon:

+41 (0) 79 667 57 78

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Zweimal jährlich geben wir auf diesem Weg Einblick in unsere Tätigkeiten in Babété.

Herzlichen Dank fuer Ihr Interesse. Wir haben Ihre Anmeldung erhalten.

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