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Hoffnung und Zusammenhalt im Waisenhaus

  • 9. Feb. 2024
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 20. Apr.

34. Rundbrief, Februar 2024 |

Das neue Jahr ist bereits in den zweiten Monat gestartet und vieles ist wieder zur Routine geworden. Eigentlich sollte auch dieser Rundbrief für mich langsam Routine sein. Seit 17 Jahren schreibe ich jedes Jahr zwei davon. Aber irgendwie will die Routine nicht so richtig zu mir finden. Vielleicht ist das auch gut so. Denn mit der Routine geht auch so einiges verloren. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich euch wieder von Babété berichten darf und doch hoffe ich auch immer, dass meine Berichte nicht langweilig werden. Ich gebe mein Bestes…



Das letzte Halbjahr wurde Kamerun wieder von vielen blutigen Konflikten heimgesucht. Leider sind die Konfliktherde nicht mehr nur in Bamenda und im englischsprachigen Raum, sondern kommen zum Teil auch in die französischen Gebiete. Immer noch leben viele Flüchtlinge aus Bamenda und Umgebung im Kloster in Babété und seit kurzer Zeit lebt sogar ein Mädchen aus Bamenda bei uns im Waisenhaus «Bon Samaritain». Sie hilft den Schwestern und den Pflegemüttern.


Die Lage ist angespannt. In Bamenda gibt es immer noch viele Tote und das normale Leben ist weit weg. Es gibt Tage, da darf niemand das Haus verlassen. Mir wurde erzählt, dass der Montag jeweils der Tag ist, an welchem alle im Haus bleiben müssen. Dann ist niemand sicher auf den Strassen. An den anderen Tagen ist es zwar auch gefährlich, aber dann kann man sich doch ein wenig herauswagen.


Wie ich schon so oft geschrieben habe, von solchen Dingen hört man bei uns nichts. Die Gräueltaten, welche in Afrika passieren, bleiben dort und niemand möchte zu viel davon hören. Obwohl wir mit unserer Politik für so vieles in diesen Teilen der Welt verantwortlich sind. Afrika ist der vergessene Kontinent und die ganze Welt tut so, als sei niemand dafür verantwortlich. Wir gehören alle zusammen und sind füreinander verantwortlich. Mir wird das immer wieder bewusst, wenn ich in Kamerun bin und ein Auto mit Skiständern sehe oder die Skijacken von uns mit grossem Stolz getragen werden, obwohl niemand dort je Schnee gesehen hat und die meisten das auch nie sehen werden. Unsere ausrangierte Ware landet dort. Klar, sie wird auch gebraucht und zwar bis zum Ende. Manchmal haben Autos keinen Boden mehr, oder das Dach fehlt… Aber es fährt noch… Das zu sehen ist zwar bedrückend, aber auch hilfreich. Es zeigt mir, wie verschwenderisch wir leben und wie man eben auch mit wenig und mit alten Sachen zufrieden sein kann.


Wir sind eine Welt, auch wenn nicht alle Teile gleich begünstigt sind… Das müssen wir uns immer wieder bewusst machen. Vor allem wir, die in dieser kleinen, heilen und vermögenden Oase leben…



Das Zimmer der Mädchen und das Zimmer der Jungs. Alle schlafen auf drei Betten verteilt.


Wir können viel bewirken und das machen wir auch. Ich möchte mich für die vielen kleineren und grösseren Spenden und Aktionen bedanken. So gibt es immer wieder Kinder, die in der Weihnachtszeit für Babété sammeln, Lehrer, die ein «Schimpfwort-Kässeli» machen und ich am Ende des Jahres den Betrag erhalte. Und natürlich einfach ganz viele tolle Menschen, die mich und die Projekte in Kamerun seit Beginn unterstützen. Am Christkindlimarkt in Sargans hat die Magnusbruderschaft für das Waisenhaus «Bon Samaritain» Punsch, Wurst und Brot verkauft. Auch erhalten wir viele Opfersakramente von unterschiedlichen Kirchgemeinden in der Umgebung. Es ist schön, dass uns immer noch so viele unterstützen und seit Jahren begleiten. Ein herzliches Dankeschön!!!


In Babété geht es mehr oder weniger gut. In unserer Schweizer Winterzeit ist in Kamerun Trockenzeit und mit dieser Hitze ist auch bei ihnen die Gefahr für Grippe, Malaria und Krankheiten gross. Die Kinder im Waisenhaus, aber auch die Schwestern in Babété hatten zur gleichen Zeit wie wir in der Schweiz Grippe und Malaria. Nun geht es aber den meisten wieder besser.

Ich wünsche Euch nun eine wunderschöne Zeit.


Mit einem lieben Gruss aus Gams und Kamerun

Verena, die Kinder vom Waisenhaus «Bon Samaritain» und die Schwestern vom Kloster St. Benoît in Babété

 
 

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