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Unpassierbare Strassen nach Unwetter

  • 18. Juli 2024
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 20. Apr.

35. Rundbrief, Juli 2024 |

Mit doch einiger Wehmut und nicht weniger Fernweh schreibe ich euch in diesem Sommer diese Zeilen. Eigentlich wollte ich im Juli 2024 nach Babété reisen und euch einen Bericht mit den neuesten Informationen und News aus Kamerun geben. Aus persönlichen Gründen und mit einigen Hindernissen beim Visumsgesuch habe ich mich entschlossen, meine Reise auf den Winter zu verschieben. Das hat auch Vorteile, dann ist die Schule nicht geschlossen und alle Kinder im Waisenhaus sind anwesend und nicht in den Sommerferien, wie das jetzt der Fall wäre. Deshalb freue ich mich jetzt schon unglaublich auf meine Reise im Februar und melde den nächsten Rundbrief mit ein wenig Verspätung im Frühling 2025 an.


Das nächste Jahr wird für mich zudem ein spezielles Jubiläum beinhalten. Dann ist es nämlich genau 20 Jahre her, seit ich meine erste Reise nach Kamerun unternommen habe. Diese Reise hat mein Leben und viele meiner Ansichten stark verändert und Kamerun hat seit dieser Zeit einen festen Platz in meinem Leben und in meinem Herzen erhalten.



Extreme Wetterbedingungen herrschen nicht nur bei uns in der Schweiz, sondern auch in nicht so privilegierten Teilen der Erde. So ist in Kamerun extreme Trockenheit der Grund, dass ganze Maisernten ausgefallen sind und viele Kleinbauern in Westafrika um ihre Existenz fürchten. Stürme und starke Regengüsse haben jahrhunderte alte Mangobäume umgestürzt. Mit den Unwettern in den letzten Monaten, welche auch bei uns grossen Schaden angerichtet haben, kann man sich vorstellen, wie es in Ländern wie Kamerun nach solchen Wetterextremen aussieht. Strassen sind nicht mehr befahrbar und Menschen müssen sich selbst helfen, um ihr Leben wieder halbwegs normal leben zu können. Ihr wisst, ich möchte keine Moralpredigten halten. Das liegt mir fern, da auch ich in diesem reichen, privilegierten Land lebe und profitiere. Aber ich möchte auch selbst immer wieder daran erinnert werden, dass es uns gut geht und wir nicht diejenigen sein sollten, die wegen jeder Kleinigkeit jammern und uns über jedes kleine Hindernis aufregen. In vielen Teilen der Welt gibt es viel schlimmere Schicksale und oft müssen diese einfach angenommen und das Beste daraus gemacht werden. Die Reaktion von Mère Odette nach einem gigantischen Sturm war ganz schlicht: „Danke Gott, dass es keine Toten gegeben hat!“ So eine Reaktion finde ich immer wieder bewundernswert und vorbildlich. Denn ja, was gibt es Wichtigeres, als dass es keine Verletzten oder sogar Tote gibt bei solchen Unwettern. Und klar gibt es viel zu tun und ist es traurig, wenn durch Sturm und Unwetter Sachschaden entsteht, aber es bleiben Sachen, welche man reparieren oder ersetzen kann.


Seit einiger Zeit und auch durch Unwetter verursacht, ist die Wasserpumpe im Waisenhaus kaputt. Defekte Wasserpumpen sind immer wieder ein wichtiges Thema in Babété, im Kloster, im Dispensaire (kleines Krankenhaus) und auch im Waisenhaus. Gerade mit 20 Kindern, wo gekocht, geputzt und gewaschen werden muss, ist fehlendes Wasser verheerend. Die Reparatur kostet viel Geld und umso schöner ist es, wenn ich für solche Reparaturen schnell und unkompliziert helfen kann. Dies dank euren Spenden, mit welchen ihr Babété und das Waisenhaus seit vielen Jahren unterstützt. Ich danke euch dafür von Herzen und freue mich jetzt schon, mit euch im neuen Jahr viele schöne Bilder und interessante News direkt aus Babété zu teilen. Bis dahin hoffe ich, dass es den Kindern im Waisenhaus „bon samaritain“ weiterhin gut geht und sie so weit wie möglich glücklich und zufrieden aufwachsen können.


Ich wünsche Euch eine wunderschöne Sommerzeit und grüsse Euch herzlich aus Gams und Kamerun


Verena, die Kinder vom Waisenhaus «Bon Samaritain» und die Schwestern vom Kloster St. Benoît in Babété

 
 

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